13.11.: Nachkonziliare Aufbrüche in Europa, Asien und Lateinamerika

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SJ Emmanuel, Fernando Torres, Peter Fendel

SJ Emmanuel, Fernando Torres, Peter Fendel

Der heutige Tag der Versammlung stand ganz im Zeichen der Bestandsaufnahme weltkirchlicher Situation. Nachkonziliare Aufbrüche und gegenwärtige Kämpfe wurden am Vormittag auf einem internationalen Podium diskutiert. „Was unterdrückt wurde und doch noch da ist …“ Fernando Torres Milan, Theologe und engagiert in den Basisgemeinden Kolumbiens sprach mit Maria Klemm von der Theologischen Bewegung für Solidarität und Befreiung in der Schweiz und SJ Emmanuel, Priester und Präsident des Global Tamil Forums aus Sri Lanka / Deutschland.

 

Maria Klemm, Schweiz

Maria Klemm, Schweiz

Dabei wurde deutlich, dass die nachkonziliaren Aufbrüche und die Entwicklung der Befreiungstheologie zwar ganz massiv von Rom u.a. von der Glaubenskongregation unter der Leitung des damaligen Präfekten Kardinal Ratzinger behindert und bekämpft wurde. Zugleich aber entstand auf den verschiedenen Kontinenten der Welt eine Kirche des Volkes an der Seite der Armen, die bis heute lebt und sich in vielen gesellschaftlichen Konfliktfeldern engagiert. Diese Kirche, so einhellig die ReferentInnen, steht für die Glaubwürdigkeit der frohen Botschaft der Verkündigung des Reich Gottes in einer zunehmend entkirchlichten Welt. Es geht dieser Kirche, ganz im Sinne von Franziskus um eine „Mission“, die nicht vereinnahmen und rekrutieren, sondern helfen und solidarisch sein will. Was für eine Kirche sollte sonst Sinn und Existenzberechtigung in dieser Welt haben? Die TeilnehmerInnen der Versammlung bestätigten diese Überzeugung durch verschiedene Exkursionen am Nachmittag, so z.B. in einem Treffen mit der Gemeinschaft San Egidio und der Mitarbeit an der Essensausgabe für Arme, einem Treffen am Gedenkstein für Opfer von Armut, Unwissenheit und Gewalt vor der Lateranbasilika, einer Initiative von ATD und einem Gesprächsaustausch mit Libera, einer Anti-Mafia-Organisation.

Weitere wichtige Themen waren Fragen der Vernetzung von christlichen Reform- und Basisgruppen in einem Treffen der internationalen Kirchenvolksbewegung und die Rolle der Frauen und der feministischen Theologie in einer Veranstaltung mit Marinella Perroni, der ehem. Vorsitzenden der Koordinierung italienischer Theologinnen (www.theologhe.org).

Am Abend wurde die deutsche Ausgabe der Konzilsbriefe von Dom Helder Camara vorgestellt, einem der wichtigsten lateinamerikanischen Konzilsteilnehmer und Förderer der Befreiungstheologie.